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Nähfragezeichen: Kopfkleiderschrank

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Manche kennen ja wahrscheinlich das „Nähfragezeichen“ von Meike von crafteln.de. Und da geht es diese Woche mal wieder um eine ziemlich gute Frage:

Wie siehst du eigentlich, d.h. in deinen Träumen, in deiner Vorstellung von Dir  aus? Welche Kleidungsstücke könntest du nähen, um dieser Vorstellung von Dir, wie du gerne sein möchtest, näher zu kommen? Was hält dich ggf. davon ab?

Eigentlich gibt es bei mir keine Traumvorstellung von mir. Klar wäre ich gerne schlanker (und zwar OHNE jede Anstrengung) – ein bisschen so wie eine Mischung aus Uma Thurman und Gwyneth Paltrow. Bin ich aber nicht. Ein paar Pfunde des „Babyspecks“ werden noch purzeln, dann ist aber auch gut und so ist das dann halt. Den Preis für mehr Uma und Gwyneth will ich gar nicht zahlen (Verzicht, Disziplin…).

Auch ich finde den Kleiderstil von Chuck aus Pushing Daysies bezaubernd (Das war unter anderem ein Ausgangspunkt des aktuellen Nähfragezeichens). Aber das wäre nicht ich. Und klar könnte ich weniger Jeans und Turnschuhe tragen. Aber bisschen „rausputzen“ und zurecht machen macht mir mehr Spaß, wenn ich nicht den ganzen Tag mit einem Kleinkind/Baby daheim verbringe. Da mag ich es dann doch praktisch, mag nicht auf Strumpfhosen achtgeben und brauche Kleidung, mit denen ich auf dem Boden sitzen kann. Jeans eben.
Ich denke, alles in allem habe ich meinen Stil gefunden. Wenn ich ein Kleidungsstück/Kleiderschnitt haben will, dann passt es. Fertig, aus. Und ich bin in meiner Auswahl realistisch genug, nur die Teile haben zu wollen, die mir stehen. Es gibt viele tolle Retro-Kleider. Da ich aber weder Petticoat noch Korsett tragen will und auch keine Sanduhrfigur habe, wähle ich eben diejenigen, die sich mit meiner Figur und meinen persönlichen Tragegewohnheiten vertragen.

Der persönliche Stil ist meiner Meinung etwas, das sich mit den Jahren entwickelt, etwas, das mitwächst, sich mit verändert und sich auch immer wieder anpassen kann. DEN einen großen Stil,den man eifrig sucht und schließlich findet wie eine Schatzkistze am Ende des Regenbogens – den gibt es nicht. Denn man kann nicht einfach in diese Kiste greifen, sich den Stil rausnehmen, überstülpen und das ist es dann.Der persönliche Stil, das ist man selbst. Die Sachen, die man mag und die Dinge, die man tut. Jetzt braucht man nur noch eine Portion Selbstbewusstsein, um das, was man mag, auch anzuziehen. Da liegt, denke ich, oft der Hund begraben. Mich juckt es zum Glück herzlich wenig, was andere über meine Kleidung denken. Mir gefällt’s – und das ist das wichtigste. Wenn man die Dinge nur selbstbewusst genug trägt, überrennt man das mögliche (meist aber gar nicht vorhandene) Getuschel der anderen eh im Sturm.

Allerdings ist es wohl tatsächlich so, dass man den persönlichen Stil manchmal zu sehr der Faulheit oder Bequemlichkeit unterordnet. Aber andererseits: Selbst das ist dann persönlicher Stil.

Plan: Wieder mehr von meinen Röcken und Kleidern aus der „Babypause“ holen. Und mehr Sachen selbst nähen. Und wenn ich diesen Betrag so angucke: Mich künftig wieder kürzer fassen.

PS: die tollen Grafiken sind von der Graphicsfairy